Malen lernen?

  • Es ist zum Beispiel außerordentlich interessant, wie die Kinder sich in das Farbige hinein-finden, wenn man sie einfach zunächst mit Farbe auf einer weißen Fläche hantieren läßt. Sie bedecken die einzelnen Teile dieser weißen Fläche mit Farben, in denen ja schon durch die naturgemäße Anlage des Kindes eine gewisse innere Farbenharmonie liegen wird. Es ist nicht sinnlos, was sie da herumschmieren auf dem Papier, es ist eine gewisse Farbenharmonie (GA 303; S. 222).
  • …daß die Kinder zunächst das Farbenerleben malen. So lebt sich das Kind in die Farbe ein, und dann kommt es schon nach und nach von selbst dazu, aus der Farbe die Form zu holen. Da wird nicht etwas gemalt, sondern da wird aus der Farbe heraus gelebt.  Das Etwas-Malen kann erst viel später kommen. Wenn man zu früh anfängt, etwas zu malen, dann verliert sich der Sinn für das Lebendige, dann kommt der Sinn für das Tote herauf (GA 605; S. 143).
  • Denn verstehen Sie die Farbe, dann verstehen Sie ein Ingrediens der ganzen Welt (GA 276; S. 97).
  • Meistens malt man heute nicht, sondern man ahmt Gestalten durch eine Art Zeichnung nach und streicht dann die Fläche an. Aber das sind angestrichene Flä­chen, das ist nicht gemalt (ebd. S. 97)