Karma

Schon eine Änderung der Sichtweise schafft neue und andere Möglichkeiten – z.Bsp. auch für die Begegnung mit einem Kind!

Karma bedeutet nichts anderes als Schicksal. Dieser Begriff beinhaltet den Gedanken, dass der Mensch wiederholte Erdenleben hat und ist so alt wie die Welt. Nicht ganz so alt ist der Gedanke, dass der Mond nicht auf die Erde fällt, weil seine Geschwindigkeit, mit der er die Erde umkreist, exakt eine solche Fliehkraft erzeugt, dass sie die Erdanziehungskraft ausgleicht.

Wie genau es der Mond, ohne eine exakte Steuerung (also ohne einen Steuermann z. B.) geschafft haben soll, just in dem Augenblick, als er sich in diese Position begab, genau zu wissen, jetzt muss ich meine Richtung und meine Geschwindigkeit ändern, um nicht auf die Erde zu fallen, bleibt mir ein Rätsel, nun ja … viel kann ja nicht passieren, wenn ich daran glaube.

Anders aber das Rätsel des Karmas, es ist ein solches, das ich erfahren kann, dem ich mich nähern kann, so zum Beispuiel durch die Frage nach der Begabung,  nicht so bei dem Mondenrätsel, denn diese Erklärung widerspricht eben all meiner Erfahrung und bleibt mir eine Unmöglichkeit.

Wenn ich aber nicht an ein Karma, also an wiederholte Erdenleben, glaube, dann werden die Kinder eben zu leeren Fässern, die ich mit meinem Wissen, eben auch über den Mond, füllen muss.

Diese, nur etwas abgewandelte Aussage über Kinder, von Rabelais, findet sich zwar auch in vielen Vorstellung der Erziehungswissenschaften wieder, sie kann aber nur dann mehr werden, als eine bloßer, schön klingender Kalenderspruch, wenn sie empfunden, respektive gelebt wird. Dann begegne ich dem Kind mit Ehrfurcht und entsprechend nehme ich es wahr in seinem Tun. Vor mir steht dann ein Mensch, der nicht von mir mit meinem sogenannten Wissen gefüllt werden will, sondern vor mir steht ein Mensch, der in meiner Nähe sich selbst entwickeln will und darf. Ich bin ihm stets nur eine Möglichkeit einer Umgebung, nicht aber jener, der es mit seinem Wissen „behindert“.

weiterlesen – Anthroposophie